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Trotzdem eine schöne, meist gut gelaunte Platte. Nix für Hardcore-Bad Alchemisten. Eher etwas für den Teil des Mainstream der Minderheiten, der an guter Popmusik aus deutschen Landen glauben mag.

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Die von Lee kompilierten Songs markieren ähnlich zufällige Punkte auf der Landkarte, vernetzen Orte und Leute nach anekdotischen und sehr britisch-skurrilen Gedankenrösselsprüngen kryptischer Kreuzworträtsel.

Irgendwie ist das Ganze down to earth, verwischt die Längen- und Breitengrade zwischen Alltag, Folklore und Unterhaltung, zwischen privat und öffentlich.

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Ein graues Mädchen läuft durch ein Geisterhotel, begegnet einem ähnlich blassgrauen Jungen, weitere Männergestalten tauchen auf, gesichtslos wartend.

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Mit einem Wort - Fuckhead. Wem zu seinem Glück noch ein FAUST-KonzertDoku fehlt, der wird mit Nobody Knows If It Ever Happened Ankstmusik, ANKSZ , DVD gut bedient, ich sogar restlos.

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Aber trotz der Vorwarnung wird mein Gesicht doch lang und immer länger angesichts der Freakereien zweier ewiger Dilettanten, Chappi Diermaiers holprigem Geklapper und Perons ausgeflipptem Headbanging zum Rumgezupfe auf seiner Doppelhals-Bass-Gitarre.

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Effektvoll genug für permanente Headbanger, aber weitgehend nach Schema f und mit dem Bleigeschmack aus der Dosenfutterfrühzeit.

Kopf des Projektes ist Francesco Zago, der mit The Night Watch noch Genesis kopiert hatte, nun aber durch vertrackte Rock-In-Opposition-Labyrinthe einen Weg nach Donaueschingen bahnt.

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Ein Schwerpunkt über Tanztheater mit einem schönen Foto von Mark Tompkins, das ebenso schöne Erinnerungen an Helene Sage weckt. Dazu Disques von Abs.

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Seine Feuertaufe bestand das Duo am Wie 21st Century Improvised Music klingt, hören Abonnenten auf dem beiliegenden Tonträger.

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Der Tod ist für die Ghettobewohner eine alltägliche, ja fast schon banal gewordene Erscheinung. Der Vorgang des Sterbens, dem jegliche Intimität und Würde genommen wird, hat nichts Ungewöhnliches und Majestätisches mehr an sich, ist nicht mehr von einer Aura erhabenen Leidens umgeben, ruft nicht mehr die gebotene Achtung und Ehrfurcht hervor.

Die natürliche Distanz zwischen Leben und Tod wurde zunichtegemacht. Das Unvermeidliche des Todes, das normalerweise aus dem Bewusstsein verdrängt wird, tritt nun an die Oberfläche und nimmt reale Formen an.

Es drückt allem seinen Stempel, seine Färbung auf, wie ein unwiderrufliches, an Ort und Stelle vollzogenes Urteil. Ein kulturelles und anthropologisches Modell des Ghettos könnte die Stadt in den Zeiten einer Seuche sein, wenn das entfesselte Element des Todes die ungeteilte Herrschaft über die Menschen übernimmt Rings um die Lebenden wachsen Leichenberge in die Höhe.

Sie sind überall, werden zum natürlichen Element der Ghettorealität — sichtbar nahezu auf Schritt und Tritt, jeglicher Würde und ihrer Kleidung beraubt, ein banaler Anblick in der Alltagslandschaft.

Eine Alltagserscheinung eben ebd. So stellt sich das allgemeine Bild dar. Andere Autoren kommen den Leichen nahe. Mary Berg notiert:.

An einer Stelle stolperte ich über einen menschlichen Körper, in der Dunkelheit hatte ich gar nicht bemerkt, dass ich über einen Leichnam ging.

Es war ein halbnackter Leib, bedeckt nur von ein paar Zeitungsfetzen, die im Wind flatterten […]. Lejb Goldin beschreibt dieselbe Erfahrung, allerdings auf eine etwas andere Weise:.

Fast kommst du zu Fall. Hier macht sich ein charakteristischer Stilwechsel bemerkbar. Für Mary Berg ist das Erlebnis bereits etwas Gewöhnliches, dennoch bemüht sie sich, in ihrer Schilderung keine umgangssprachlichen oder herabwürdigenden Ausdrücke zu verwenden.

Lejb Goldin verwendet eine expressionistisch gefärbte Periphrase, die das Objekt der Beschreibung klar vergegenständlicht.

Er stellt eine ironische Distanz zur Realität her, um auf diese Weise seine Angst und seinen Ekel zu überwinden. Die Leiche lässt sich jedoch nicht gänzlich milde stimmen durch die scherzhafte Umschreibung, sie verliert nicht völlig ihren Schrecken:.

Man deponierte die Toten, denen man die für die Lebenden allzu wertvollen Kleidungsstücke entwendet hatte, in Papier gewickelt vor dem Haus, auf dem Gehsteig […].

Ich leuchtete mir mit der Taschenlampe und hielt dabei nach Leichen Ausschau, um nicht über sie zu stolpern. In beiden Fällen werden kollektive Verhaltensweisen mittels charakteristischer Bilder textuell festgehalten.

Die Bilder dokumentieren einen bestimmten Zustand und sind zugleich Teil eines symbolischen Codes, der zur Aufzeichnung jener Erfahrung dient. Die konventionellen Methoden des Umgangs mit Verstorbenen — kulturell sanktionierte Bräuche und die Ordnung ritueller Handlungen — verlieren im Ghetto ihre Berechtigung.

Die Vielzahl an Leichen sorgt für zahlreiche Probleme formell-rechtlicher und organisatorischer Transport, Bestattung, finanzielle Abrechnung sowie auch sittlicher und religiöser Natur.

Im Ghetto war das selbstredend nicht durchführbar. Daher schlägt Adler dem Ordnungsdienst eine Vereinfachung der Vorschriften und deren Anwendung auf die herrschende Situation vor.

Er arbeitet einen entsprechenden Plan aus, in dem zwei — allerdings nie umgesetzte — Ideen besonders bemerkenswert sind. Adler beklagt sich, die Leuchten seien fortwährend gestohlen worden, was letztendlich zur Aufgabe des gesamten Plans geführt habe, da für den Kauf neuer Leuchten das Geld fehlte S.

Die Ghettoverwaltung hat verschiedene Methoden, damit umzugehen. In seinem Tagebuch vermerkt er, eine Empfehlung erhalten zu haben, dass die Leichen möglichst rasch zu beseitigen seien.

Die Leiche wird zum Objekt, mit dem Beamten sich befassen müssen, sie wird zum wichtigen Punkt in der täglichen Berichterstattung. Sie unterliegt — sozusagen — einer Bürokratisierung.

Jenen bürokratischen Mechanismus gibt Mawult gut wieder:. Die Bezirksfunktionäre des Ordnungsdienstes schicken Rapporte an ihre Regionen, die Regionen an die Leitung des Ordnungsdienstes.

In jenem Sommer mussten aus verschiedenen Wohnungen die bereits halb verwesten Leichen von Typhusopfern geholt werden, die dort zurückgelassen oder von ihren Familien versteckt worden waren.

Der Bericht enthält sowohl eine genaue Topographie der Strecke und ein Verzeichnis der Tätigkeiten als auch einen diszipliniert, ja asketisch zum Ausdruck gebrachten Zustand innerer Erregung.

Der Autor verzeichnet das Phänomen der Gleichgültigkeit und Apathie; keinerlei Bewegung ruft der Tod mehr hervor, zu banal ist er geworden. Dennoch lassen sich in der emotionslosen, fast grausam naturgetreuen Schilderung verborgene Gefühlsregungen erahnen.

Auf einer schmutzigen Lagerstatt liegt eine noch lebende Mutter neben ihrem gut zwanzigjährigen Sohn, der vor drei Tagen gestorben ist. Die Totengräber heben den Leichnam hoch, er ist leicht wie ein vertrockneter Holzspan, und tragen ihn zu ihrem Wagen.

Die Mutter zeigt keine Regung. Sie wendet nicht einmal den Kopf. Von einem Sarg ist nicht die Rede. Der Tote bleibt mit dem Kopf auf dem Wagenboden liegen, den Rücken an der Hinterwand, in einer seltsam akrobatischen Pose Ring I, Man könnte den Eindruck gewinnen, diese beharrliche Konzentration auf geradezu technische Details sei für den Schreibenden eine Form des Selbstschutzes, mit der er sich gegen das Grauen wappnet.

Er will dieses Grauen nicht direkt benennen und verharrt daher bei einer kühlen, dokumentarischen Verzeichnung der Fakten. Auf beide Aspekte weist Henryk Bryskier hin:.

Lebende, die ihre Verstorbenen auf deren letztem Weg geleiteten, benötigten kostenpflichtige Passierscheine, die nur in begrenzter Anzahl ausgegeben wurden.

Jeder Verstorbene wiederum, der von einem Leichenzug aus dem Ghetto hinausbegleitet wurde, gab dem Fahrer des Leichenwagens die Gelegenheit, mit einer Schmuggelladung zurückzukehren.

Der recht unbekümmerte Tonfall des Verfassers dieser Erinnerungen, vor allem aber die Tatsache, dass der Leichenwagen doppelt genutzt wurde — für den Leichentransport in die eine Richtung und den Transport von Lebensmitteln in die andere — zeugen von der Verschiebung, die die natürlichen Grenzen und Regeln im Umgang der Lebenden mit den Toten erfahren hatten.

Am schwerwiegendsten in dieser Hinsicht sind die — der Ausnahmesituation geschuldete — Verletzung der durch Religion und Brauchtum geprägten Prinzipien des Umgangs mit Verstorbenen sowie die Entwertung der Begräbniszeremonie.

Das für das Judentum wesentlich Versprechen der Auferstehung bildet das Fundament zahlreicher Bräuche zur Behandlung des Körpers nach dem Tod. So bringt man den Verstorbenen Achtung entgegen, da sie Gottes Bild in sich getragen haben.

Mose 1, Deshalb müssen die Verstorbenen bestimmten Ritualen unterzogen und dürfen nicht verbrannt werden. Die jüdische Tradition ehrt die Verstorbenen und wehrt sich gegen eine Erniedrigung des Menschen durch die Behandlung seines Leichnams wie ein wertloses Abfallprodukt Dem Tod wird jede Würde genommen, der Leichnam endgültig erniedrigt, wie durch einen zerrissenen Vorhang schimmert die erschreckende Nacktheit der Leiche — die keinerlei Wert mehr besitzt und jeglicher kultureller und religiöser Inhalte entbehrt.

Der Kasten wird umgedreht, Sache erledigt. Auf den Gesichtern der Anwesenden malt sich dabei ein erschütternder Ausdruck des Ekels, so als nähme der Tod Rache, weil er seines geheimnisvollen Nimbus beraubt worden ist, jener verschiedenen überflüssigen Zusätze, die ihm zugeschrieben wurden.

Seht nur her! Es war dies keine Einzelinitiative. Bei der Lektüre mancher Ghettoberichte könnte man den Eindruck gewinnen, dass ihre Verfasser sich — bewusst oder unbewusst — auf eine kulturimmanente Seuchenmythologie beziehen, auf eine symbolische Sprache der Pest.

Ein Emblem einer seuchenbefallenen Welt ist das häufig auftauchende Motiv des randvoll beladenen Leichenwagens. Ein solches, sehr überzeugendes Bild vermittelt Daniel Defoe in seiner Schilderung der Epidemie, die London in den Jahren — heimsuchte.

Der Tod setzt sich in einen von Ochsen gezogenen Wagen; die Zugtiere stampfen beharrlich voran und trampeln alle nieder, die im Weg stehen.

Die berühmteste Darstellung dieser Art ist auf einem Gemälde Pieter Bruegels des Älteren zu sehen: Der Triumph des Todes. Der von Skeletten gelenkte und mit Totenschädeln beladene Wagen wird hier von einem abgemagerten Klepper gezogen.

Auf den Totenschädeln ruht die Schaufel des Totengräbers. Die riesigen Räder zermalmen die unter ihnen liegenden Menschen, daneben zappelt eine Gruppe noch Lebender in einem von Skeletten aufgespannten Netz.

Ähnliche Wagen begegnen dem Leser auf den Seiten der persönlichen Ghettodokumente. Bei Ringelblum ist ihre Darstellung kühl und sachlich:. Die Wagen mit den vorgespannten Pferden sind nicht nur innen mit Leichen beladen, es ragen auch zwei, drei Kisten mit Toten über den Rand hinaus Bd.

Adolf und Barbara Berman zeichnen ein vergleichbares Bild, mit dem Unterschied, dass bei ihnen zusätzlich Blut vom Wagen tropft S.

Marian Berland nimmt die Situation eher in symbolischen Kategorien wahr, als Triumph des Todes eben. Seine Schilderung erinnert am stärksten an die Bilder von seuchenbefallenen Städten in Chroniken und in der Literatur:.

Das sind die Aassammler. Auf dem Dach eines Wagens sehe ich zwei Kisten mit verunstalteten und von Schüssen zerfetzten Leichen.

Auf dem Bock sitzen zwei schwarz gekleidete, blutbesudelte Juden. Sie tragen runde schwarze Hüte auf ihren Köpfen. Der Wagen ist schwer beladen, die Federn biegen sich.

Das Pferd kann ihn kaum ziehen S. An einer anderen Stelle führt der Autor die Geschichte eines jährigen Jungen an, der sich sein täglich Brot in Pinkerts Bestattungsinstitut verdient.

Man könnte fast meinen, dass Bruegels Triumph des Todes die Illustration zu den furchtbaren Erlebnissen jenes Jungen sei. Diese grauenvolle Arbeit hat ihre Spuren bei dem Jungen hinterlassen.

Immer nur Leichen, Leichen, ganze Berge von Leichen S. Die Todeswagen wurden für die Ghettobewohner — ähnlich wie für die Menschen in epidemiebefallenen Städten — zum alltäglichen Anblick, der sie dennoch stets aufs Neue mit Entsetzen erfüllte.

Während Johan Huizinga dieses Bild gegen Ende der Epoche zeichnet, schreibt Jean Delumeau über eine Vorliebe für das Makabre und Schwarzseherische im Zeitalter der Renaissance Es bildete sich zu jener Zeit nicht nur eine plastische und dramaturgische Vorstellung von Tod und Sterben, sondern auch eine starke philosophisch-moralische und theologische Konzeption heraus.

Jener überaus reiche kulturelle Kontext wird in seiner Gesamtheit zwangsläufig zum Hintergrund für die Beobachtung, in welcher Form die Todesthematik in Berichten aus dem Ghetto auftritt.

Etymologie und Bedeutung des Wortes macabre sind unklar, höchstwahrscheinlich aber steht der Begriff in Verbindung mit einer Bezeichnung für menschliche Leichname.

Um das Die Makkabäer wurden seit jeher als die Beschützer der Toten verehrt. Da die Kirche den Gläubigen die Lehre vom Fegefeuer einschärfen wollte, nahm sie diese Figur in die ekklesische Sprache auf.

Durch die Verbreitung von Geisterlegenden gelangte sie bis in den Volksmund. Es habe nämlich — wie Jean Delumeau anführt — einen unzweifelhafte Zusammenhang zwischen dem Danse macabre und dem Volksglauben an tanzende und Jagd auf Lebende machende Verstorbene gegeben.

Eines ist der Berg von Leichen, die Masse gedrängter, über- und untereinander liegender Leiber. Beide Motive sind tief in der Tradition der europäischen Kultur verwurzelt.

Auf dem Umschlagplatz liegen die Leichen Ermordeter. Die Passanten meiden ihn und wollen zugleich näher hinsehen. Das Grauen beim Anblick der Leichen ruft bei den Augenzeugen widerstreitende Gefühle hervor, aber — wie bei Leontios — der Drang, hinzusehen, trägt die Oberhand davon.

Bie Szpilman sind noch keine der Bezeichnungen zu finden, die bei anderen Autoren makabre Szenen charakterisieren. Dort ist von dem bereits genannten Motiv der Leichenstapel, Leichenberge oder gar Leichenpyramiden die Rede, und auch von einer extremen Missachtung der Würde der Verstorbenen, die als Haufen Müll dargestellt werden.

Wie ein Leichenspalier, eine wahre Allee des Todes. Schlaff hängen bläuliche Arme und Beine, zerschmetterte Schädel und blutüberströmte Gesichter S.

Ein weggeworfener Haufen wie alte, nutzlose Lumpen, ein Haufen alter Lappen. Eine Leiche auf der anderen. Eine Pyramide aus 42 Leichen S.

Die Szene aus Berlands Tagebuch ist bereits deutlich in metaphorischen Kategorien dargestellt und erhält auf diese Weise eine bestimmte symbolische Form.

Gleich wird sich herausstellen, dass die Autoren eine solche Interpretationsrichtung der symbolischen Inhalte auch tatsächlich bestätigen.

Zunächst jedoch möchte ich bei der allgemeinen Beobachtung bleiben, dass sowohl im ersten wie auch im zweiten Beispiel die Wirklichkeit als Gegenstand der Beschreibung den Autoren mehr abverlangt als eine reine dokumentierende Registrierung.

Im Übrigen bleibt die Frage, inwieweit — bei einer solchen Wirklichkeit — überhaupt eine objektivierte Darstellung oder dokumentierende Registrierung möglich sind.

Man kann sich schwer des Eindrucks erwehren, dass es eine innere Dynamik der Bilder gibt, die diese wie eine gespenstische Vision wirken lässt.

Sie werden weniger vom Prinzip einer mimetischen Abbildung regiert als vielmehr von Deformation, Kreation.

Die so entstehenden bildlichen Darstellungen sind nicht zufällig, sondern wurzeln tief in der symbolisch-mythischen Sprache der Kultur.

Sie betrachteten die Leichen, photographierten sie, kommentierten die Situation. Wie sah jener berühmte Leichenschuppen aus? Ein paar Hinweise hierzu sind überliefert.

Der Anblick der Leichenhalle ist erschütternd […] — schreibt Ringelblum. Ich war heute in diesem Schuppen. Das reinste Grauen.

Unter einer Abdeckung aus schwarzem Papier liegen unzählige Leichen, bedeckt nur von Fetzen ihrer Kleidung, fast wie nach einem Massaker.

Die Leichen sind Skelette, man sieht nur mit dünner Haut überzogene Knochen Bd. Es wiederholt sich hier das Motiv der vielen, wahllos übereinander geworfenen Körper — des Leichenberges.

In Stefan Ernests Beschreibung liegen die Leichname ebenfalls in ganzen Stapeln aufeinander. Der erschütternde Effekt wird hier nicht nur durch die Anhäufung von Leichen hervorgerufen, sondern auch durch eine Darstellung, die die Grenze zwischen leidendem, sterbendem Menschen und Leiche bewusst verwischt.

Gespenstisch ragen erschreckend magere Beine unter achtlos, eilig übergeworfenen Leichentüchern in der Leichenhalle des Friedhofs hervor.

Ganze Stapel von Beinen, die noch vor kurzem mit solcher Mühe ihre vertrockneten oder aber von Hungerödemen aufgeschwollenen und noch recht wohlgeformten, wenn auch von den roten Flecken einer Krankheit entstellten Körper getragen haben.

Franz Blättler Mawick , Fahrer bei der schweizerischen Rote-Kreuz-Mission, der in Warschau seinen Dienst tat, war u. In seinen jeweils aktuell notierten Aufzeichnungen beschreibt er den berühmten, von Ringelblum so häufig erwähnten Schuppen genau.

Links ist ein niedriger Schuppen, dessen Tore geöffnet sind. Davor liegen, zu einem grossen Haufen aufgestapelt, Leichen eintägiger bis etwa dreijähriger Kinder, es sieht wie ein grosser Haufen zerbrochener Puppen aus.

Wie ein böser Traum haftet dieses Bild in mir. Der Geruch der Toten ist unausstehlich. Die Ernte eines einzigen Morgens ist hier aufgestapelt, Verhungerte, Gehängte, Erschossene.

Es gibt in Blättlers Aufzeichnungen jedoch etwas, das ich in anderen Berichten nicht gefunden habe. Die pedantisch beschriebene Technik zur Befüllung der Massengräber wird zum Ausgangspunkt für eine schockierende Beobachtung.

Unten, wenn die Leiche aufschlägt, gibt es einen unangenehmen Ton, hervorgerufen durch den hohlen Bauch, der wie ein Resonanzboden tönt, im wahrsten Sinne eine schaurige Melodie des Todes.

Die toten Kinder, die an einen Haufen kaputter Puppen erinnern, das Bild der nackten, ausgemergelten Körper, die in die Grube geworfen werden und dabei wie ein unheimliches Instrument eine sich über dem Friedhof erhebende Todesmelodie spielen — die ganze Szenerie wirkt wie eine Vision der Welt von einem Hieronymus-Bosch-Gemälde.

Wiederkehrend erscheint das Motiv ineinander verknäuelter toter Leiber. In den aus der Asche von Birkenau ausgegrabenen Schriften des Sonderkommandos ist u.

Ein anderer Typus des Grauens ist die Vermischung Lebender und Toter; sie kommt in drei Varianten vor. Die dritte ist die Situation, wenn unter einem Stapel Leichen noch lebendige Personen hervorkriechen.

Diese Verwendungsarten exponieren unterschiedlich stark ihre Literarizität, sind deutlich konventionalisiert und beziehen sich auf eine bestimmte Konzepttradition.

Ihr Vorkommen im Diskurs hebt zweifelsohne die Temperatur der Expression, ist aber zugleich ein Zeichen für die Rhetorizität eines Textes. In eine solche Konzeption einordnen lassen sich beispielsweise Samuel Putermans Darstellung:.

Das ist das Spital, das ebenfalls liquidiert wird S. Die Leichen wurden lebendig. Das ganze Elend kam in Bewegung.

Sie streckten nicht mehr die Hände aus, jammerten nicht mehr nach Brot. Auch Rokhl Oyerbakh modifiziert das verwendete Oxymoron, indem sie das makabre Antithetische daran in Worte kleidet und damit die mittelalterlichen Bilder des Transi heraufbeschwört:.

Eine Woche zuvor hatte sich sein Anblick auf grauenvolle Weise verändert, eine echte lebende Leiche, die aussah, als habe sie bereits begraben gelegen und sich mit den Spuren der Verwandlung im Gesicht wieder hervorgewühlt Ring I, , S.

Die lebende Leiche, im wahrsten Sinne des Wortes, ohne Anführungsstriche, ist eine Realität des abgeriegelten Bezirks. Deshalb sind auch bestimmte Auszüge aus Dawid Sierakowiaks Tagebuch aus dem Ghetto Litzmannstadt wie eine Schreckensvision zu lesen und nicht nur wie ein Beispiel für eine tropische Sprachverwendung.

Die Zahl der wirklich lebendigen Menschen im Ghetto ist minimal. Alles nur noch Tote, wandelnde Schatten.

Grauenvolle Bestätigung dafür ist der Eintrag vom Sie schreien und wehren sich bis zum Letzten, bis zur letzten Stunde und zur letzten Minute, aber diese Stunde und diese Minute kommen.

Wir bewegen uns somit bereits nicht mehr in der Sphäre der literarischen Konzepte, sondern des tatsächlich eingetretenen, realen Grauens.

Ein besonders drastisches Beispiel dafür sind die Szenen, die einen ganz eigentümlichen Umgang der Lebenden mit den Toten zeigen, eine entsetzliche Symbiose.

All diese Szenen handeln im Grunde nur von zwei Situationen: Ein Kind saugt noch an der Brust seiner verstorbenen Mutter oder eine Mutter legt ihr totes Kind an die Brust.

Solche Sequenzen — sie wiederholen sich in bezeichnender Weise in mehreren Texten — haben den Charakter von Genrebildern, die sozusagen mit dem kühlen Auge einer Kamera aufgenommen wurden.

In dokumentarischer Konvention sind die Aufzeichnungen in Mary Bergs S. Marek Edelman hingegen verleiht der von ihm beschriebenen Situation ein zurückhaltendes, doch merkliches Pathos:.

Niemandem fällt auf, […] dass die Mutter, die ihren Säugling stillt, schon seit drei Tagen kalt und starr ist, und das Kind schreit vergeblich in diesen Leichenarmen und saugt vergeblich an der toten Leichenbrust S.

All das lässt den Eindruck entstehen, in der Welt, in der sich die Verfasser jener Texte bewegen und die geschilderten Ereignisse abspielen, sei die unübertretbare Grenze zwischen Leben und Tod aufgehoben worden.

Die der Alltagserfahrung zugängliche Wirklichkeit nimmt damit eschatologischen Charakter an: Die Welt, die da ist, wird zugleich zu einer Welt, die kommen soll.

Leon Najberg führt den Bericht eines Mädchens an, das den eigenen Tod überlebt. Jenes Bild findet der Autor vor:. Ich wusste nicht, ob ich verwundet war oder schon starb.

Ich habe den Atem angehalten und bin ganz stillgelegen. Ihr Blut war auf mich geflossen. Ich halte dich und passe auf dich auf. Das mit euch beiden kann ja keiner so ertragen.

Seit sie in den Armen von Rachel aufgewacht ist, ihr Gesicht gegen die Brüste des angehenden Models gedrückt, verhält sie sich noch schüchterner in ihrer Gegenwart.

Chloe nimmt die veränderte Stimmung zwischen den beiden wahr und fühlt sich unwohl damit. Mit einem wütenden Grummeln geht sie in das Schlafzimmer, holt unter dem Bett ihre Metalldose hervor und befreit den MP3 Player daraus.

Durch die Solaranlagen haben sie zum Glück genug Strom und sie kann Musik hören um zwischendurch Dampf abzulassen. Sie steckt sich das Gerät in die Hosentasche und legt dafür das Funkgerät ab.

Max steht mit dem Rücken zu ihr und Rachel ist sehr nah an der Braunhaarigen. Sie hat eine Hand auf dem Oberarm der Fotografin und lacht herzlich, dabei funkeln ihre haselnussbraunen Augen nur so vor Freude.

Max nimmt den Bogen auf, Chloe beobachtet jede Bewegung der zierlichen Frau, so wie immer wenn sie kann und erneut spürt sie das Verlangen zu ihr zu gehen und sie zu küssen.

Rachel scheint an den Lippen der Fotografin zu kleben und nickt eifrig. Max überreicht ihr den Bogen und Rachels Schuss geht gnadenlos daneben.

Rachel geht erneut in Position und gerade als Chloe wieder rein will sieht sie, wie Max sich ihrer Freundin nähert. Sie drückt sich eng an den Körper der Blonden, lässt ihre eigenen Hände zu der von Rachel gleiten.

Eifersucht macht sich in der Punkerin breit und wütend tritt sie gegen einen Eimer. Erschrocken springt Max von Rachel weg, doch die haselnussbraunen Augen ihrer Freundin bohren sich in Chloes Blick.

Ohne ein Wort zu sagen dreht sie sich um und geht mit langen Schritten in den Wald. Diese hat ein seltsames Lächeln auf dem Gesicht.

Oh ich muss rein, ich muss David bei der Wache ablösen. Bis später Rachel! Sie erinnert sich an das wütende Funkeln in den ozeanblauen Augen und ihr Magen fühlt sich an als ob Steine drin liegen.

Eine der Wildkameras schlägt an und Max macht den Ton an. Sie hört Atmen, dass eindeutig von Menschen kommt.

Schnell schaut sie auf der Karte, von welcher Kamera es ist und greift nach ihrem Funkgerät. In der Küche sitzen Rachel und Joyce und schauen sie verwirrt an.

Zwei Männer schleichen leise durch den dichten Wald. Beide laufen weiter und sehen bald blaue Haare durch die Baumstämme hindurch.

Dreckig grinsen die beiden sich an, die junge Frau scheint sie nicht bemerkt zu haben. Langsam schleicht er sich an die Punkerin an, die Musik ist trotz der Kopfhörer in ihren Ohren zu hören, sodass sie ihn nicht bemerkt.

Mit einem gezielten Schlag seiner Waffe an den Kopf schickt er die junge Frau zu Boden. Sie tastet an ihrem Gürtel nach dem Messer da hört sie die Waffe.

Wenn sie krank wäre, wäre sie bereits tot. Ich lasse mir das nicht nehmen. Der Mann mit den Waffen geht ein paar Schritte zurück und blickt sich um.

Atemlos wirft Max sich hinter einen kleinen Hügel. Sie hat Chloes Schrei und dann einen Schlag gehört. Vorsichtig späht Max hinter ihrer Deckung hervor und sieht zwei Männer.

Einer hält eine Waffe im Anschlag und blickt sich um. Chloe liegt auf dem schneebedeckten Boden und ein weiterer Mann steht vor ihr. Er hat seine Hose aufgemacht und sein Glied in der Hand.

Er kniet sich zu der scheinbar bewusstloses Chloe herunter. Ein Zischgeräusch ertönt und dann ein dumpfer Aufprall. Als er auf dem Boden sieht liegt er dort, ein Pfeil ragt aus seinem Hals und er röchelt leise, seine Augen sind in Panik aufgerissen.

Er fällt augenblicklich tot zu Boden. Neben Chloes Kopf bildet sich eine Blutlache. Hastig fühlt die Fotografin mit zitternden Händen, ob die Punkerin einen Puls hat und atmet erleichtert aus, als sie ihn spürt.

Vorsichtig schüttelt sie die am Boden liegende aber diese wacht nicht auf. Chloe und ich kommen zurück, hatten engen Kontakt.

Ihr müsste eine Quarantäne fertig machen, Firewalker, ich brauche dich vor Ort. Machen uns auf den Weg! Schnell blickt Max sich um und fasst erneut einen Entschluss.

Sie legt ihren Bogen auf den Boden ab und hievt Chloe hoch. Adrenalin rauscht durch den Körper der zierlichen Frau. Chloes Beine schleifen über den Boden während Max anfängt zu laufen.

Ich bringe dich in Sicherheit! Der Soldat stürmt, mit seiner Maske auf dem Gesicht, den beiden Frauen entgegen.

Sie haben sie bewusstlos geschlagen. Einer wollte Wo sind sie? Rachel wartet schon. Unten liegt nun in der hintersten Ecke des Raumes die breite Matratze auf dem Boden und mehrere Decken.

Rachel hat ebenfalls eine Maske auf und wird blass, als sie Chloe erblickt, die wie tot in Davids Arme liegt.

David legt Chloe vorsichtig ab und Rachel macht sich an die Wundversorgung. Der Soldat geht mir besorgter Miene zu Max.

Vorsichtig kniet er sich vor sie und legt ihr eine Hand auf die Schulter. Langsam hebt sie ihren Kopf und schaut dem Mann vor sich an.

Ich fürchte wir müssen euch hier unten lassen. Der Virus kann erst nach ein paar Stunden getestet werden. Verstehst du? Bist du verletzt?

Ich sehe später nach euch, ja? Ich gehe mich um die Schweine kümmern die unseren Mädchen das angetan haben! Joyce schaut ihm durch das Fenster hinterher und sieht wie er sich eine Zigarette anzündet.

Erneut öffnet sich die Bunkertür und Rachel erscheint. Tränen sind auf ihrer Wange zu erkennen. Nachdem sie sich gesäubert hat fällt sie Joyce in die Arme und weint.

Ohne mich wäre sie nie so blind vor Wut weg gegangen. Max war kaum ansprechbar, aber als ich ihr gesagt habe, wie sie sich um Chloe kümmern muss war sie völlig klar.

Ich hab ihr gesagt, dass sie sich ausruhen soll und ich nachher etwas zu Essen runter bringe und beide checke.

Mir gefällt es nicht, dass wir Max so lange da unten einsperren müssen. Werden beide! Max sitzt mit dem Rücken zur Wand auf der Matratze.

Ein Verband ist um den Kopf der Punkerin gewickelt. Rachel erklärte ihr, dass es nur eine Platzwunde ist, nichts lebensbedrohliches, sie aber vermutlich eine Gehirnerschütterung haben wird.

Der Pfeil, ihr Pfeil, ragt aus dem Hals des Mannes. Er starrt sie an als sie auf die Gruppe zurennt. Sein Mund formt Worte, doch alles was sie hört ist sein Röcheln.

Der andere liegt bewegungslos da. Blut färbt den gesamten Schnee rot. Die Bunkertür öffnet sich und Max zuckt erschrocken zusammen.

Schwere Schritte kommen die Treppe herunter und David erscheint im Raum. Er hat eine Tasche um die Schulter geschlungen und ein Tablett in der Hand.

Rachel hat gesagt ich soll den Kopf hoch lagern also dachte ich, dass ihr das gut tut. Joyce sagt, ihr sollt die dreckige einfach hinlegen.

Langsam nickt sie. Du hast mein Ich habe dir deinen Bogen mitgebracht. Aber, so wie ich das sehe, hast du das Richtige getan.

Aber wenn du drüber reden willst, kannst du jederzeit zu mir kommen. Den ich im Hals getroffen habe? Kommst du klar?

Erneut schaut Max auf die blutige Kleidung von Chloe und ihr. Vorsichtig hebt sie den Kopf der Punkerin an und legt ihn auf dem Kissen ab.

Sie geht zu der Tasche und öffnet sie. Schnell zieht sie sich aus und streift sich die saubere Wäsche über. Ihr Blick geht zu Chloe.

Sie nimmt das zweite Pack Kleidung raus und geht zu der schlafenden Frau. Vorsichtig beugt sie sich über Chloe und geht mit zittrigen Händen zu dem Gürtel.

Langsam öffnet sie ihn und versucht Chloe dabei nicht zu wecken. Leise murmelt die Punkerin und Max hält inne. Das Gesicht der Blauhaarigen verzieht sich und die Fotografin beugt sich weiter vor, legt sanft eine Hand an ihre Wange um sie zu beruhigen.

Bevor Max versteht was passiert trifft sie eine Faust hart im Gesicht und lässt sie zur Seite kippen.

Perplex krümmt Max sich zusammen und hält sich den schmerzenden Kopf. Vorsichtig kriecht Max zu ihr, nimmt sie zögerlich in die Arme. Chloe lässt es zu, drückt sich gegen Max.

Also ging ich die Eindringlinge suchen und habe euch gefunden und Hast du schlimme Schmerzen? Rachel hat ein paar Tabletten hier gelassen und deine Mom hat was gekocht, es riecht nach Bacon.

Sie sucht die Tabletten und nimmt welche. Ihr Kopf schmerzt und sie will nur, dass es aufhört. Sie hört wie sich die Bunkertür öffnet. Werden wir angegriffen?

Wir wissen nicht ob deine Angreifer krank waren. Und da Max dir danach ohne Maske nah kam seid ihr beide jetzt hier. Was ist mit deinem Gesicht passiert?

Du musst es ruhig angehen Chloe, hörst du? Wie kannst du es wagen ohne dein Funkgerät zu gehen? Ihr passt hier unten aufeinander auf, ja?

Und keine Missverständnisse mehr. Hilflos schaut die Punkerin zu ihr herüber. Mit dröhnenden Schädel rappelt sie sich auf, kriecht zu der Kleineren und zieht sie in ihre Arme.

Du oder sie. Natürlich habe ich dich gewählt, ich habe nicht mal drüber nachgedacht, ich habe sie einfach getötet Aber wieso hast du keine Maske getragen?

Was, wenn du wegen meiner Dummheit nun infiziert bist? Ich wollte nur so schnell wie möglich zu dir. Max weicht zurück, schaut Chloe entsetzt an. Oh nein!

Wir sind schon seit Monaten nicht mehr zusammen. Wir sind nur noch befreundet. Wir waren eine Weile ein Paar aber das hat nicht gut funktioniert und wir haben beschlossen einfach beste Freunde zu bleiben.

Weil wenn das so ist, dann will ich dir nicht im Weg stehen. Ich meine, ich sehe ja wie viel sie mit dir flirtet. Sanft berühren ihre Lippen die der Punkerin und noch nie hat sich in ihrem Leben etwas so richtig angefühlt.

Glücklich erwidert Chloe den Kuss und es ist alles um sie herum vergessen. Die Schmerzen in ihrem Kopf, die lebensbedrohliche Situation mit dem Virus, die Quarantäne, für sie zählt nur noch Max.

Sie saugt an der Lippe der Fotografin die ein leises Murren von sich gibt. Dieses Geräusch feuert die Lust der Punkerin nur noch mehr an.

Vorsichtig verlagert sie ihr Gewicht, Max folgt ihrer Bewegung und lässt sich auf die Matratze fallen. Chloe ist über die Fotografin gebeugt und als diese ihre Lippen teilt intensiviert die Blauhaarige den Kuss.

Sie gibt den Mund von Max frei und wandert saugend ihren Nacken lang, doch auch das reicht ihr nach der langen Durststrecke nicht. Tastend gleitet die Hand über den Körper der unter ihr liegenden.

Höher bis zu ihren Brüsten. Ohne den Mund vom Hals der Fotografin zu lösen machen sich ihre Finger über die harten Brustwarzen her.

Max stöhnt lustvoll auf und Chloe könnte schwören, dass sie nie ein schöneres Geräusch gehört hat. Max richtet sich auf um ihr zu helfen, attackiert dabei nun selber den Hals der Punkerin.

Beide halten kurz inne, schauen sich schwer atmend an und küssen sich dann wieder leidenschaftlich. Max legt sich wieder hin und zieht die Punkerin sanft mit sich.

Max merkt, wie ihre Unterhose langsam nass wird und Hitze kriecht in ihr Gesicht. Lippen küssen sich über den Bauch zum Bund der Hose. Schlanke Finger greifen die Hose und Max hebt automatisch das Becken an und Chloe zieht ihr Hose und Unterhose aus.

Vorsichtig greift sie das Gesicht der Punkerin während sie an der Unterlippe saugt. Chloe murrt bei dem Kontakt ebenfalls auf. Sie lässt ihre Hand über den flachen Bauch der Kleineren gleiten bis sie die Hüfte erreicht.

Der schlanke Körper drückt sich ihrer Hand entgegen und die Punkerin geht mit ihrem Mund wieder auf Wanderschaft, bis sie erneut die empfindlichen Brüste erreicht.

Mit ihrer Hand streicht sie über die Innenseite des Oberschenkels um Spannung aufzubauen. Die Finger so nah an ihrem Eingang rauben Max den letzten Nerv, dazu die Zunge die ihre Brustwarze umkreist.

Federleicht streifen zwei Fingerspitzen über ihren Kitzler und Max wirft stöhnend den Kopf in den Nacken. So ein Verlangen hat sie noch nie verspürt und sie hat das Gefühl, dass ihre gesamte Welt Kopf steht.

Vorsichtig und langsam schiebt sich ein Finger in sie rein und erneut stöhnt sie auf, diesmal aber wegen dem kurzen Schmerz der sie durchfährt und sie krallt sich im Bettlaken fest.

Sie öffnet ihre Beine etwas mehr um so etwas Anspannung zu lösen. Der Finger in ihr wird herausgezogen und sofort vermisst sie das Gefühl.

Ihr Atem geht schnell und bevor sie Chloe anfleht dringt sie wieder ein. Diesmal tut es nicht mehr weh und Max stöhnt lustvoll auf. Chloe baut langsam einen Rhythmus auf und Max fühlt wie sie die Anspannung immer weniger halten kann.

Ein zweiter Finger kommt dazu und scheint genau den richtigen Punkt zu treffen. Die Zunge die so intensiv mit ihren Brüsten gespielt hat verschwindet und Max spürt Lippen auf ihrem Bauch.

Der Atem der Braunhaarigen geht immer unkontrollierter und sie schiebt ihre Beine noch mehr auseinander um der Punkerin Platz zu verschaffen.

Ihr Eindringen wird immer schneller und härter und als die Zungenspitze von Chloe ihren Kitzler umspielt hat Max das Gefühl, als ob die Welt um sie herum kurz stehen geblieben ist nur um sie dann mit purer Energie zu überrollen.

Ohne Kontrolle spannt sich ihr Körper an und entspannt sich wieder bis sie das Gefühl hat, dass sämtliche Kraft sie verlassen hat.

Chloe kichert leise und schaut dann erschrocken. Max rückt von ihr weg, setzt sich auf und wickelt sich in die Decke. Die Angst, etwas falsch gemacht zu haben, nimmt sie gefangen und sie merkt, wie ihre Augen nass werden.

Zwei Arme legen sich um ihren Körper. Hätte ich das gewusste, dann wäre ich nicht so über dich hergefallen. Verdammt, ich hätte dir mehr Zeit geben müssen und Du hast nichts falsch gemacht und ich habe mich nicht gedrängt gefühlt oder so.

Nachdenklich kaut Chloe auf ihrer Lippe herum. Max hat zwischendurch im Schlaf gewimmert, doch sie hat beruhigend auf sie eingeflüstert, dass scheint geholfen zu haben.

Die Bunkertür öffnet sich und sie hört ruhige Schritte. Wieder wandern die Augen der Punkerin zu der schlafenden Frau und sie zieht die Decke etwas höher.

Rachel erscheint mit ihrer Maske und zwei Tassen, sowie zwei Testetuis. Die haselnussbraunen Augen mustern die Szene und dann schleicht sich ein dreckiges Grinsen auf ihr Gesicht.

Ich verstehe, dass du mir nicht mehr so vertraust wie früher, ich hätte dich nie betrügen dürfen, aber bitte glaub mir, ich will dir Max nicht wegnehmen.

Ich wollte dich nur in die richtige Richtung schubsen. Erneut wandern die blauen Augen über die schlafende Fotografin. In Chloes Augen bilden sich Tränen.

Rach ich habe Max sieht auf und blickt auf das tränennasse Gesicht der Punkerin. Rachel räuspert sich und Max schaut erschrocken zu der Blonden, versucht sich wieder mit der Decke zu bedecken und das lässt Chloe leise kichern.

Überzeugt, dass die Unterhandlungen mit den Kajan Monate dauern würden, liess ich zwei Europäer: Demmeni und von Berchtold , von denen sich jener mit dem Photographieren, dieser mit der Erwerbung einer zoologischen Sammlung beschäftigen sollte, vorläufig in Batavia zurück; sie trafen mit mir erst im Mai am oberen Kapuas zusammen.

Hier war es mir nach monatelangem Zusammenleben mit den Kajan am Mendalam endlich geglückt, diese ihrem Versprechen gemäss zur Teilnahme am Zuge nach dem Mahakam zu bewegen und die vorläufigen Vorbereitungen, wie das Einkaufen von Böten und grossen Quantitäten Reis, zu beenden; jedoch dauerte es noch bis zum 3.

Juli, bis wir von Putus Sibau, dem wichtigsten Handelsplatz am oberen Kapuas, aufbrechen konnten. Im Laufe von zwei Monaten fuhren wir den Kapuas und darnach seine beiden Nebenflüsse Bungan und Bulit hinauf, zogen auf m Höhe über die Wasserscheide und stiegen dann zum Penaneh, einem Nebenfluss des Mahakam, hinunter.

Der erste Empfang bei den dort ansässigen Pnihing liess nichts zu wünschen übrig, und auch während unseres achtmonatlichen Aufenthaltes bis zum April bei den anderen Stämmen am oberen Mahakam fiel nichts vor, was unser freundschaftliches Verhältnis gestört hätte.

Es war anfangs mein Plan gewesen, nur zwei Monate bei ihnen zu bleiben, aber die herrschende Hungersnot liess uns nur die Wahl, uns ohne Unterbrechung von einem Stamme zum anderen führen [5] zu lassen, oder die Hungersnot am oberen Mahakam bis zum Eintritt der neuen Ernte mitzumachen.

Wir wählten letzteres, da nur ein längerer Aufenthalt bei den Stämmen ein Ergebnis der Reise versprach, und es gelang uns, mit den Tauschartikeln bis zum letzten Augenblick hauszuhalten.

Im April brachen wir mit Kwing Irang , dem obersten Häuptling der Mahakam-Kajan, bei dem wir uns niedergelassen hatten, nach dem unteren Mahakam auf, passierten die grossen Wasserfälle, die den Ober- und Mittellauf des Mahakam scheiden, und wurden vom Häuptling dem Sultan von Kutei übergeben, der uns mit dem Assistent-Residenten van Assen entgegengereist war.

Der langdauernde Aufenthalt im Herzen vom Borneo hatte uns in Stand gesetzt, unsere Umgebung eingehend zu studieren und so brachte ich, ausser bedeutenden Sammlungen auf naturwissenschaftlichem Gebiet, eine gründliche Kenntnis der Zustände, Sitten und Sprachen der Stämme am Mahakam mit nach Java.

Statt in einem Dorado der Wilden, wie es sich die Europäer gewöhnlich vorstellen, hatten wir unter Zuständen gelebt, von denen man sich in Europa schwer einen Begriff machen kann.

Ausser den ungünstigen hygienischen Verhältnissen, welche eine Zunahme der Bevölkerung verhindern, hatten mich die Angst und Unruhe, in der diese Menschen ihr Dasein führen, betroffen.

Jene sind, als Folgen des Klimas und der Eigenart der Bevölkerung, schwer zu bekämpfen, diese, hauptsächlich durch die Fehden der Stämme untereinander verursacht, sind sehr leicht zu beseitigen, sobald sich eine über diesen Stämmen stehende Macht mit der Schlichtung ihrer Zwistigkeiten befasst und Selbstwehr verhindert.

Die Bahau fühlten, dass ihnen lies vor allem fehlte; denn Kwing Irang wandte sich durch meine Vermittelung im Namen aller Stämme am oberen Mahakam an die niederländisch-indische Regierung mit der Bitte um Beschirmung.

Hierdurch wurde die indische Regierung veranlasst, eine neue Expedition auszurüsten, um festzustellen, auf welche Weise in den Gebieten des oberen Mahakam Ruhe und Sicherheit am besten herzustellen seien.

Als Leiter dieser Expedition wurde ich gewählt, ferner der Kontrolleur 1. Barth und einige europäische und malaiische Gehilfen.

Obgleich politische Interessen bei diesem neuen Zuge das Leitmotiv bildeten, war es mir doch klar, dass seine Organisation aus verschiedenen Gründen die gleiche wie bei der früheren, so wohl gelungenen [6] Expedition von Pontianak nach Samarinda sein musste.

Es handelte sich im wesentlichen darum, die Stimmung der Bevölkerung in bezug auf die Einsetzung einer festen Verwaltung auszukundschaften und auf die Schlichtung ihrer Zwistigkeiten mit benachbarten Stämmen Einfluss zu gewinnen.

Hierzu war es, wie auch auf der vorigen Reise, notwendig, das Vertrauen der ängstlichen Bahau zu erwerben und sie durch ein monatelanges Leben und Arbeiten in ihrer Mitte an die Gegenwart von Weissen zu gewöhnen.

Um zu verhindern, dass dieses, hauptsächlich aus Malaien bestehende Geleite während eines längeren Aufenthaltes in einem Stamme Anstoss errege und um es stets bei guter Stimmung zu erhalten, musste für seine ständige Beschäftigung gesorgt werden; das Gleiche galt auch für die Europäer.

Ich wählte die Malaien daher derart, dass sie, ausser als Schutzsoldaten, auch auf wissenschaftlichem und praktischem Gebiet von Nutzen sein konnten, als Pflanzensammler, Jäger, Präparatoren, Ruderer u.

Eine grosse Menge Tauschartikel zu unserem täglichen Unterhalt, zum Einkauf von Ethnographica und zur Bezahlung der Kuli wurde wiederum mitgenommen.

Wir mussten nämlich nicht nur trachten, unsere dajakischen Gastherren nicht zu verletzen, sondern auch, durch Einkaufen von allerhand Dingen, vielen im Stamme einen Vorteil und uns ihre Gunst zu verschaffen.

Zur Erreichung dieses Ziels war auch, wie wir auf der letzten Reise erfahren hatten, ein gründlicher ärztlicher Beistand von grosser Bedeutung; daher gehörte ein reichlicher Vorrat an Arzneimitteln zu unseren wichtigsten Reiseartikeln.

Mit Rücksicht auf die oben erwähnten Verhältnisse setzte sich meine Reisegesellschaft aus folgenden Gliedern zusammen: dem Kontrolleur J.

Barth , der sich hauptsächlich mit dem Studium der allgemeinen Umgangssprache der Bahau, dem Busang, befasste; dem Photographen der vorigen Expedition, J.

Demmeni; dem Topographen H. Bier ; zwei Javanen aus dem botanischen Garten in Buitenzorg Java für die botanischen Sammlungen; dem Jäger und Präparator Doris für das Präparieren von Vögeln und Säugetieren und sechs anderen Javanen, die bereits Naturforscher auf Reisen begleitet hatten und im stande waren, als Mechaniker, Jäger, Fischer u.

Zu meiner persönlichen Bedienung nahm ich Midan , meinen javanischen Diener der vorigen Reise, mit. An Vierfüsslern begleiteten uns zwei Jagdhunde; in Pontianak kaufte ich später noch zwei Wachthunde hinzu.

Überzeugt, dass uns die Küstenmalaien in Kutei Schwierigkeiten verursachen würden, falls wir auf dem eigentlichen Wege, den unteren Mahakam hinauf, zum oberen gelangen wollten—den Malaien ist nämlich selbst viel daran gelegen, ihren eigenen Einfluss im Hinterlande auszubreiten und den der Niederländer zurückzudrängen—mussten wir unsere Reise wiederum von Pontianak, an der Westküste, beginnen und uns von den Kajan wieder durch das unbewohnte Quellgebiet der grossen Flüsse zum oberen Mahakam geleiten lassen.

Auf der Reise im Jahre hatte, um den Landtransport mit einer kleinen Anzahl Leute möglich zu machen, die Ausrüstung so viel als möglich eingeschränkt werden müssen.

Jetzt war die Besorgnis, durch ein grosses Geleite bei den Mahakamstämmen Misstrauen zu erwecken, zwar geringer, aber, in Anbetracht des Umstandes, dass die Verpflegung so vieler Menschen unterwegs an und für sich schon schwierig genug war, musste das mitzunehmende Gepäck auch diesmal auf ein Minimum reduziert werden.

Was die Kleidung betraf, so galt es, sie so zu wählen, dass sie sowohl dem Klima als den Strapazen standhalten konnte.

Eine gute wollene Unterkleidung und eine warme Bedeckung nachts sind die besten Schutzmittel gegen Moskitos und Erkältungen; die Hauptursachen für das Entstehen der Malaria.

Auch musste dafür gesorgt werden, dass die verpackten Kleidungsstücke und dass Bettzeug so wenig als möglich Gefahr liefen, nass zu werden.

Als Packkisten sind die bekannten Stahlköfferchen die geeignetsten. Sie halten, ausser unter Wasser, die Feuchtigkeit fern, zerbrechen nicht beim Fall auf Felsen und werden durch die Termiten nicht angetastet; sie dürfen jedoch sammt Inhalt nicht mehr als 20—25 kg wiegen.

Für die Nacht besassen wir starke Reiseklambu Moskitonetze aus fester Java-Gaze 1: 1: 2 m gross und so eingerichtet, dass sie mittelst Seilen in jedem beliebigen Raum ausgespannt werden konnten.

Der untere Rand der Gaze war, ausgenommen an der Eingangsöffnung, wo das Zeug 1 m über einander schlug, an ein Stück double waterproof sheeting festgenäht.

Sorgte man dafür, dass die Gazeenden am [8] Eingang dicht auf einander lagen, so war die Möglichkeit eines nächtlichen Besuchs von Ameisen, Schlangen, Skorpionen und Blutegeln so gut wie ausgeschlossen, und ich bin auch wirklich auf der ganzen Reise durch dergleichen Gäste nicht gestört worden.

Die grosse Dichte der Gaze hielt auch die Moskitos und sehr kleinen aga oder murutu fern, welch letztere sehr empfindlich stechen, obgleich sie nicht grösser sind als eine Nadelspitze.

Die undurchlässige Unterlage schützte nachts vor Bodenfeuchtigkeit und bildete tagüber eine wasserdichte Umhüllung für das Klambu, ein kleines Kopfkissen und zwei Decken, die in sie eingepackt und mit Riemen festgeschnürt wurden.

Zur Bettausrüstung gehörte ferner noch eine dünne, mit Lederimitation überzogene Matratze, aus drei Teilen bestehend und daher leicht transportierbar.

Als Oberkleidung sind ein Anzug aus Khaki, Schuhwerk aus Leinwand und ein Korkhelm sehr geeignet. Zum Schutz gegen Blutegel, die lästigste Plage der feuchten Tropenwälder, ist es geraten, die Kleidung fest am Körper anschliessen zu lassen und die Beinkleider an den Knöcheln festzubinden oder zu knöpfen.

Eine besondere Sorgfalt muss auf die Wahl des Schuhwerkes verwendet werden; das Gehen mit blossen Füssen ist sehr unzweckmässig.

Für schwieriges und unebenes Gelände sind, als Stütze für die Knöchel, hohe Schnürstiefel sehr empfehlenswert und zwar müssen sie, um das Wasser nach dem Durchwaten von Morästen und Lachen schnell abfliessen zu lassen, aus Leinwand hergestellt sein.

Dünne, starke, nicht zu schwer beschlagene Sohlen verhindern am besten ein Gleiten auf Felsen und umgefallenen Baumstämmen.

Lederne Gamaschen bewähren sich gut auf Märschen; hohe Wasserstiefel dagegen sind zu schwer. Auch als Dachbedeckung eignet sich double waterproof sheeting seht gut, nur darf man es nicht lange der Sonne aussetzen, oder man muss es in diesem Falle mit Matten bedecken.

Der Tropenwald liefert stets viel dünnes Holz für Pfähle und Fussboden, so dass das Gerüst zu einer Hütte von den Dajak innerhalb einer Stunde im Walde gefällt und aneinander gebunden werden kann.

Soll das Zelt nur einige wenige Nächte gebraucht werden, so sind Wände nicht erforderlich, da der Regen im Urwalde selten schräg niederfällt. Wegen der Unmöglichkeit, grössere Mengen von Lebensmitteln über Land mitzuführen, mussten auch die Europäer am Mahakam von dem leben, was die Bahauumgebung lieferte; nur für die Kranken wurden Konserven mitgenommen.

Das Hauptnahrungsmittel bildete für alle der Reis-. Was die mitzuführenden Tauschartikel betraf, so hatte ich mich bereits früher davon überzeugt, welche Arten von Glasperlen und Zeug bei den einzelnen Stämmen besonders beliebt waren.

Auch viele Kleinigkeiten wie: Fingerringe, Nadeln, Spiegeldöschen u. Die Kisten, welche im Laufe der Reise geleert wurden, waren zur Aufnahme von Ethnographica und trockenen naturwissenschaftlichen Gegenständen bestimmt, während die zahlreichen Arzneiflaschen später zum Aufbewahren der Spirituspräparate verwendet wurden.

Obgleich Formol als Konservierungsmittel einige Nachteile aufweist, war es doch zum Mitführen deshalb am geeignetsten, weil man es beim Gebrauch mit Wasser stark verdünnen kann; daher wurde nur wenig Alkohol mitgenommen.

Für das Konservieren kleiner Tiere leisteten uns kleine Kisten voll zylinderförmiger Gläser mit abschraubbaren metallenen Deckeln gute Dienste.

Es konnte beinahe die ganze Ausrüstung in Batavia angeschafft werden, mit Ausnahme einiger Apparate für Höhenmessungen und Photographie, welche in Europa bestellt werden mussten, und einiger Tauschartikel, die nur in Singapore, von wo aus europäische Produkte hauptsächlich in Borneo eingeführt werden, zu erhalten waren.

In allen Teilen des indischen Archipels besitzen die Eingeborenen in bezug auf Tauschartikel ihre besonderen Liebhabereien, so dass nur solche unter ihnen gangbar sind, welche an dem Ort gekauft wurden, von dem aus sie für gewöhnlich eingeführt werden.

Bei den Stämmen von Borneo finden hauptsächlich bestimmte Arten von Glasperlen Beifall, die in Java nicht beliebt und daher auch nicht käuflich sind, obgleich sämmtliche Glasperlen in Europa verfertigt werden.

Zu meinem Verdruss musste ich, wegen der zu langen Dauer der Reisevorbereitungen, die beste Reisezeit verstreichen lassen. Die kleinen Quellflüsse des Kapuas sind nämlich nur in der Trockenzeit, der Zeit nach der Ernte, befahrbar und so kann man die Kajan auch nur zwischen Juni und September zur Teilnahme an einer Expedition bewegen.

Endlich, am Am folgenden Tage fand meine Reiseungeduld einige Ablenkung durch den Aufenthalt unseres Dampfers in Billiton; das Aus- und Einladen von Gütern mit Hilfe von Fähren der sehr eigenartigen Seka schwärmende Fischerbevölkerung bot manches interessante Bild.

Von ihren schwimmenden und lebhaft bewegten Wohnungen aus tauchten die Seka ins kristallklare Wasser nach Geldstücken, die wir hineinwarfen, und schienen sich in der blau-grünen Tiefe ebenso sicher zu fühlen, wie andere auf dem Festlande.

Jedoch, trotz allem Schönen, was ich sah, und allem Interessanten, was mir der Steuermann über das Leben dieser Fischerbevölkerung erzählte, war es für mich doch eine Erlösung, als Borneo beim Erwachen am anderen Morgen in Sicht war und das Schiff bereits kehrte, um sich zwischen dem für Uneingeweihte unentwirrbaren Labyrinth von Grün, das in Form von Inseln und weit ins Meer hineinragenden Landzungen buchstäblich aus dem Wasser hervorstieg, hindurchzuwinden.

Auch zur Ebbezeit ist hier kein festes Land zu sehen; die hie und da braune Farbe des Wassers deutet nur auf ausgedehnte Moderbänke.

Der höchsten Erhebungen dieser Bänke hat sich eine eigentümliche Vegetation bemächtigt, die, mit Hilfe eines mächtigen Gerüstes von zahllosen Luft- und Stützwurzeln, nicht wenig dazu beiträgt, die vorhandenen Untiefen zu befestigen und weitere Anschwemmungen zu befördern.

Nur sehr langsam näherten wir uns diesen trügerischen grünen Streifen, die mit zweifelhaftem Recht den Namen Küste führten; als Verkünder des weit in der Ferne in einzelnen undeutlichen Bergspitzen sichtbaren [11] Festlandes begrüssten wir sie aber doch mit Freuden.

Still glitt unser Fahrzeug über die spiegelglatte dunkle Wasserfläche, während die strahlende, aber noch nicht lästig warme Sonne mit ihrem leuchtenden Glanz das ernste Bild in eintönig grüner Umrahmung zu beleben trachtete.

Weder Mensch noch hier waren anwesend, um den ersten überwältigenden Eindruck dieses grossen aequatorialen Landes in seiner beklemmenden Majestät zu brechen.

Zwischen den vielen, aus dem Wasser emporsteigenden Wäldchen steuerte der Kapitän sein Schiff, nach einigen nur ihm bekannten Kennzeichen, in der Richtung der Kubu, der südlichsten und schiffbarsten Mündung des Kapuas.

Auch diese Einfahrt liess viel zu wünschen übrig; denn wir mussten einige Zeit warten, bis die Flut so hoch gestiegen war, dass sie uns über die Moderbank in die noch immer durch eine grüne Mauer verborgene Flussmündung tragen konnte.

Mehr die Zeit, als die Tiefe des Wassers, gaben endlich das Zeichen zum Weiterdampfen; als wir uns nach einer scharfen Biegung vor der ungefähr 40 m breiten Öffnung in der grünen Mauer befanden, sah das aufgewühlte Wasser verdächtig moderfarbig aus.

Da es sich aber darum handelte, ob wir hier noch zwölf Stunden warten sollten, oder nicht, wollten wir doch lieber probieren, ob unser Dampfer nicht ebenso gut durch den Moder als durch das Wasser dringen konnte.

Mit vollem Dampf wurde die Schraube durch das braune Wasser getrieben, aber gleich darauf fühlten wir den Kiel durch eine teigige Masse gleiten, die Schnelligkeit verminderte sich, und plötzlich befand sich der ganze Vorderteil des Dampfers in einem Wald von Nipapalmen.

Zum Glück war dieser unbeabsichtigte Abstecher nicht verhängnisvoll, denn von einem festen Ufer war auch hier keine Rede, so dass das völlig auf die Moderbank geschobene Schiff.

Bald begann sich zu beiden Uferseiten der Reichtum der tropischen Vegetation zu entfalten; die federförmigen Blätter der Nipapalmen Nipa fruticans Thb.

Das Fahrwasser machte viele Krümmungen und wurde hie und da so eng, dass es nur für einen kleinen Dampfer mit kräftigem Steuerruder passierbar war.

Bisweilen fuhren wir, um besser wenden zu können, so dicht unter den Bäumen hindurch, dass wir vor ihren über [12] das Verdeck streichenden Ästen flüchten mussten.

In einigen Stunden befanden wir uns endlich in einer breiten Flussverzweigung, an deren Ufern festes Land und Spuren von Kultur sichtbar waren.

Kokospalmen erhoben ihre hohen Federkronen über die niederen Uferbäume, und für Eingeweihte wurde ein Fusspfad zu den malaiischen Wohnungen, die nach alter Gewohnheit sorgfältig hinter dem schützenden Wall von Uferbäumen verborgen lagen, sichtbar.

Erst später erschienen auch einige Malaien in langen, schmalen, kaum über die Wasserfläche hervorragenden Böten; sie ruderten, um die Strömung zu vermeiden, unter dem Ufergebüsch.

Je weiter wir fuhren, desto zahlreicher wurden die den Reichtum dieser Gegenden bildenden Kokosnusspflanzungen. Die Eingeborenen waren hier weniger scheu; die Kinderschar geriet sogar beim Erblicken des Dampfbootes in fröhliche Erregung.

In wenigen Augenblicken waren alle Nachen mit kleinen Ruderern in Paradieseskostüm besetzt, die mit Rudern, Stöcken und Händen so schnell als möglich in die Mitte des Stromes zu gelangen suchten, wo ihre äusserst ranken Fahrzeuge von den Wellen unseres Dampfers so lange umhergeschleudert wurden, bis sie Wasser fassten und umschlugen.

Dann plätscherte die braune Bemannung unter fröhlichem Gelichter im Flusse herum, kehrte das Boot wieder um, entfernte mit einigen geschickten Bewegungen das Wasser und schwang sich wieder in den Nachen.

Als wir uns gegen Mittag dem Hauptstrome näherten, erlangte die Wasserfläche eine Breite, wie sie im indischen Archipel nur die stolzen Ströme von Borneo aufweisen.

Auf der spiegelblanken Fläche war, bis wir Pontianak, den Hauptort an Borneos Westküste, erreichten, kein lebendes Wesen zu sehen.

Jetzt belebten sich aber die Ufer. Die Häuser standen dicht bei einander und vereinigten sich, besonders am linken Ufer, zu einem langen malaiischen kampong Dorf.

Nach ihrer Bauart zu urteilen, hatten die Malaien auch hier den Begriff des Festlandes noch nicht zu fassen vermocht; denn vom erkennbaren Ufer aus erstreckten sich ihre Pfahlbauten bis weit in den Fluss hinein, wo noch einzelne, auf grossen treibenden Baumstämmen gebaute Häuser den Übergang von festen Wohnhäusern zu Fahrzeugen vervollständigten.

Aus der Ferne war der Anblick der unregelmässig bei einander liegenden Gebäude mit der grau-braunen atap Dachbedeckung von Palmblättern und den [13] schwarzen Holzdächern recht hübsch, und die vielen, den Verkehr vermittelnden Ruderbötchen gaben dem Ganzen ein besonders lebhaftes Gepräge.

In der Nähe jedoch machten sich die unschönen Farben der schlecht unterhaltenen Wände und Dächer zu sehr geltend; das Gleiche war auch beim Palast dalam des malaiischen Sultans der Fall, von dem ein Europäer etwas anderes als ein Durcheinander grosser, unansehnlicher Hütten erwartete.

Wir fuhren jetzt am anderen Ufer einer Reihe buginesischer Behausungen entlang, hinter welchen die hässlichen Hinterhäuser des sehr grossen chinesischen pasar Markt zum Vorschein kamen.

Keines dieser Gebäude war auf den Grund gebaut; alle standen auf Pfählen im Morast; selbst die bis 10 m breiten Strassen bestanden aus Planken, die auf Pfählen ruhten.

Einen freundlicheren Eindruck machte der europäische Teil der Ortschaft; er dehnte sich mit seinen netten weissen Häusern und grossen Gärten zwischen dem üppigen Grün des Ufers aus.

Verglichen mit Batavia ist Pontianak ein kleiner Ort; als wir uns dem Anlegeplatz näherten, erinnerte ich mich aber, wie einst, nach dreijährigem Aufenthalt auf meinem nördlicher gelegenen Posten Sambas, dieser Anblick einen ganz anderen Eindruck auf mich machte.

Erklärlicher ist die Stimmung eines Offiziers, der mir erzählte, dass ihm Tränen in die Augen traten beim Gedanken, dass er hier einige Jahre verbringen sollte.

Später in einem Stadtamte zu Ehren gekommen, brachte ihn seine Weigerung, dem Usurpator Treue zu geloben, um Amt und Brot. Lieb und unpraktisch wie alle Baldes!

Erst als Krüppel kam er, nachdem er ein halbes hundert Schlachten für seinen Abgott mitgefochten hatte, nach Thurwiller zurück. Nun war der auch tot.

Und sein Sohn, der Martin Balde, hatte schon erwachsene Töchter. Ja, ja, die Baldes! Und mit seinen Kinderaugen, denen das Geisterreich vertraut war, schaute er den Thurwiller alten Geschlechtern nach, wie sie da vor ihm aus seinen Büchern und Papieren aufstiegen.

Endlich nahm er seine Arbeit wieder auf, ein ungefüges, mit französischer Schrift kreuz und quer bedecktes Manuskript. Er schlug die Blätter bald hier, bald dort auf.

Sie wissen doch — alles zurückgetrieben — und dann — Sie entsinnen sich wohl — breiteten sie sich wieder bis zu den Vogesenpässen aus. Seit dem fünften Jahrhundert sehe ich sie immer an beiden Ufern des Rheins.

Hier, nicht wahr? Aber mit wem habe ich eigentlich — was verschafft mir das Vergnügen? Hummel erklärte ihm nach Kräften sein Woher und Weshalb.

Der Alte nickte. Dann gingen sie wieder über den weiten Treppenflur nach der anderen Seite des Gebäudes zurück. Sartorius zeigte das aus einem einzigen Eichenbaum geschnittene, in sich selbst kunstvoll hineingedrehte Treppengeländer, das Hummel beim Heraufstürmen nicht beachtet hatte.

O, ich kann zu Ihnen auch gutes Hochdeutsch reden; ich habe in Tübingen studiert. Und dann bin ich auch ein Pfarrerssohn aus dem Reblande. Die Pfarrer und die Philologen haben bei uns noch nicht aufgehört, das Deutsche zu pflegen.

Ihr Schiller und Ihr Uhland stehen in unseren Bücherregalen. Mächtige Schlüssel steckten vertrauensvoll in den alten Schlössern. Mit dem Stolze des Sammlers zog der Ratsschreiber die Fächer auf und kramte allerhand Kuriositäten heraus.

Seine Augen leuchteten. Aber das isch g'fehlt. Aber der Ratsschreiber machte eine abwehrende Bewegung. Kurzsichtig und ein wenig schwerhörig wie er war, hatten sich ihm die Pforten des Gegenwärtigen sehr verengt.

Und das ist es geblieben bis auf den heutigen Tag, ein kleines Volk zwischen zwei starken, ein Volk zwischen den forts.

Er hob, das Wortspiel andeutend, belehrend den Zeigefinger, dann klappte er das Heft zusammen. Aber, glauben Sie mir, mein Herr, das sind sie nicht, das sind nur wenige unter ihnen.

Die meisten sind treu, vielleicht sogar zu treu. Meistens freilich der Vergangenheit. Das Herz, wissen Sie, geht langsameren Schritt als die Vernunft, es braucht Gewöhnung.

Und der Elsässer kann nur mit dem Herzen politisieren. Starrköpfig sind wir, das ist wahr, aber einem Zwang, den wir uns freiwillig mit unserem Herzen gewählt haben, dem gehorchen wir dann auch, dem opfern wir uns bis zum letzten Atemzuge.

Sehen Sie, so ist es uns gegangen. Sonderbar standen ihm plötzlich zwei Tränen in den Augen, während er lächelte. Der junge Deutsche wurde rot vor jäher Rührung.

Er zog plötzlich einen Zettel hervor und begann zu schreiben. In diesem Augenblick hörte man jemanden die Treppe hinaufspringen, dann rasche, kurze Schritte über den Fliesen.

In der Tür tauchte ein Kopf auf mit vollem, grauem Haar, ein Gesicht, wie aus alten Holzschnittbüchern herausgestohlen, Martin Balde.

Mit schwarzen, lebhaften Augen blickte er den Fremden, der sich erhob, aufmerksam an. Hier in Thurwiller gibt es keine Geheimnisse. Ihr Steckbrief ist bereits in jedermanns Mund.

Der Maire wandte sich jetzt an Tränkele: ob er auch das Impfen gehörig ausgetrommelt habe? Und zu Sartorius bemerkte er auf französisch, man dürfe die Antwort an den Präfekten nicht verschieben.

Wo denn das Schriftstück sei? Damit man es beantworten könne. Er sah eine Weile kopfschüttelnd zu, wie Sartorius und Tränkele nach dem Briefe suchten.

Allons donc! Er hatte nicht besonders die Stimme erhoben, aber der Tränkele lief, die Hände an beiden Ohren, davon, wie vor dem Donner des Jüngsten Gerichts.

Die Uhr schlug Zwölf. Hummel erinnerte sich seines Gastversprechens und verabschiedete sich. Balde hatte sich in den Schreibstuhl gesetzt. Und kommen Sie auch mal zu mir, wenn Sie sich für Altertümer interessieren.

Kommen Sie zur Vesper heute. Balde sah ihm nach, wie er breitschultrig und elastisch durch den Saal ging. Dann klopfte er dem verträumten Ratsschreiber auf den Arm:.

Als der Maire unterschrieb, sah ihm der alte Sartorius erstaunt auf das Papier. Mit ihrem runden, strohblonden Kopf, dem sommerfleckigen Gesicht und dem ewig erstaunt geöffneten Mäulchen, aus dem kleine unzufriedene Töne kamen, sprang es ungeschickt traurig umher wie ein klagendes Kälbchen.

Am Fenster erschien hin und wieder Luciles braunes Köpfchen. Sie half ihrem Manne in der Impfstube.

Jetzt klingelte es, das Salmele stürzte hinaus und kam atemlos zurück. Angenehm kühl war es in dem verdunkelten Raume, der halbrund, mit einer einzigen Tür nach dem Garten hin, zur Sammlung lud.

Rings breite Nischen, mit Bücherregalen gefüllt, zwischen den pilasterartig schmalen Wandflächen die tief hinabreichenden Fenster. Er sah weiter um.

Sessel standen da, zueinandergewendet wie im Gespräch. Er betrachtete die schwarzgerahmten Bilder, die da ringsum in Augenhöhe hingen; Gravüren nach Gemälden von David, Lorrain und Correggio.

Unter einer gemalten Landschaft hing ein alter gemalter Kupferstich, der die Stadt Thurwiller darstellte, noch mit dem Benediktinerkloster und den Befestigungen der Stadtmauer.

Die Jahreszahl war eingraviert. Und überall Bücher. Ihre goldbedruckten Rücken glänzten in dem grünlichen Halbschatten, den die Marquisen-Rouleaus verbreiteten, braungolden auf.

Die Anwesenheit dieser erlauchten und vertrauten Geister machte ihm die fremde Stube heimisch. Überdies fühlte er sich angenehm berührt von dem sicheren, etwas strengen Geschmack der Einrichtung, der gute Tradition in sich trug.

Jetzt öffnete sich die Tür, und Frau Balde erschien. Sie entschuldigte ihren Mann, der noch beschäftigt sei, und lud Hummel ein, mit ihr auf den schattigen Gartenplatz hinauszukommen.

Sie traten jetzt in den Garten ein. Rosen und Klematis bedeckten die Mauerwände, auf dem Rasenplatz zwischen den beiden Seitenflügeln flatterten Girlanden batistener Damenwäsche.

Das Ganze hatte etwas ländlich Liebes und Behütliches. Und diese beiden Steinarme bekamen jetzt, da eine seitliche Sonne sie vergoldete, eine fast leidenschaftliche Innigkeit.

So als sehnten sie sich danach, ganze Generationen von Gästen zu umfassen. Jetzt kamen sie zum Birnbaumplatz. Die tief niederhängenden Zweige gaben einen schönen Rahmen ab für die drei jungen Frauenwesen, die dort hinter der Balustrade standen.

Sie zeichneten sich als zierliche und klare Silhouetten ab von der grünen Hauswand. Lucile stand zuvorderst.

Bei der Vorstellung machte sie eine kleine Kinderverbeugung. Sie ist es, die ich lieben werde, sagte sich Hummel. Wie pikant sie ist, der Kopf einer entzückenden Frau über dem kurzen Kleinmädchenkleidchen.

Und nicht einmal verwundert war er über dieses Gefühl der Zugehörigkeit. Man hatte sich an den Tisch gesetzt, der jetzt mit Karaffen roten Weines und Kuchen, Brot, Früchten und Käse besetzt war.

Hummel fiel die schöne Form der alten Silbermesser auf. Man plauderte. Zwischen den raschen, schwebenden Rhythmen der französischen Laute klang Elsässisch und Hochdeutsch hinein.

Hummel sprach ein herzlich schlechtes Französisch, aber er versuchte sich tapfer immer wieder, angestachelt durch das frauliche Wohlgefallen an seiner Hilflosigkeit, das er um sich herum spürte.

Diese kleine Pariserin liebe ich nun also, dachte er befriedigt. Humoristisch gab er dann seine erste Begegnung mit den beiden jungen Mädchen im Korn zum besten.

Man lachte viel, alles war in heiterer Laune. Dann sprach man vom Rathaus und vom Ratsschreiber. Er erschrak fast davor. Unwillkürlich wandte er sich ab, als habe er eine Indiskretion begangen.

In diesem Augenblick flogen zwei Tauben auf, die im Birnbaum gesessen hatten. Sie waren durch die Spitze einer langen Angelrute beunruhigt worden, die an ihnen vorbei durchs Laub fuhr.

Ein Herr im eleganten Anglerkostüm tauchte seitwärts im Gassenschlupf auf. Er rüttelte ungeduldig die Schnur vom Baume los.

Er trat durchs Pförtchen. Und als jetzt der Wind ein Paar auf der nächsten Leine, aufgehängter Spitzenhöschen leise formte, konnte er nicht umhin, mit sachverständiger Hand darüber zu streichen.

Als er der Damen ansichtig wurde, machte er ein würdiges Gesicht. Sie sprang aus ihrem Versteck heraus und umarmte ihren Vater.

Sie lachte für ihren Vater eine Kadenz, wie er sie liebte. Man machte ihn mit Hummel bekannt, er verneigte sich höflich.

Lucile stellte sich neben ihn. Man scheint beständig durch ein Vaudeville zu wandeln. Frau Balde lächelte. Sie sehen uns nur deshalb so poetisch, Monsieur, weil man in Paris die Gewohnheit hat, die Vaudevilles in elsässischen Kostümen zu spielen?

Mir scheint auch in der elsässischen Landschaft ein sanfter, gemütlicher Zug zu liegen, wie wir ihn im übrigen Frankreich nicht kennen.

Wir haben nicht einmal das Wort dafür. Wir anderen Franzosen wenigstens fühlen das so. Er sah sich kindlich stolz dabei im Kreise um. Jetzt kam Balde.

Heinrich spürte wieder deutlich das Wahrhaftige und Frohe, das von diesem Menschen ausging. Balde sagte:. Gutes Essen. Mais voyez-vous, wir schämen uns auch unserer materiellen Bedürfnisse nicht.

Wir verstecken sie nicht. Man will ihn nur sättigen und zum Schweigen bringen. Wir Franzosen dagegen, ja, wir versuchen, uns aus unseren Bedürfnissen eine Kunst zu machen.

Auch Hortense Dugirard hatte aufgehorcht. Ich habe mich so gesehnt nach unseren alten Volksliedern. Frau Balde strich ihr leise, liebevoll über den Arm.

Hummel hatte nichts gemerkt von dieser kleinen Szene, er kämpfte mit einer Frage, die er nicht mehr unterdrücken konnte.

Wirklich entstand eine kleine Pause. Man lächelte. Und lange hat's gedauert, bis wir Franzosen wurden.

Wir hatten Niederlagen erlebt und fanden die gloire. Man hatte gehungert und fand Sattessen unter dem Roi Soleil. Lange haben wir Deutschland geliebt.

Wir lieben es noch heute. Cela veut dire, unsere Erinnerung, l'Allemagne d'autrefois, Deutschland von früher.

Das neue Deutschland kennen wir nicht. Die Badenser, die in Mülhausen und Kolmar in unseren Fabriken arbeiten, sind arme Schlucker ohne Physiognomie.

Wenn wir von Ihren Titeln drüben und Dekorationen lesen, so ist uns das fremd. Ihr Bier trinkt man hier nicht, und Ihre modernen Bücher liest man hier nicht.

Das ist schade, denn wir sind nicht so begabt wie die Franzosen, die weniger aus Büchern, aber desto mehr aus dem Leben lernen.

Und noch eins: Frankreich hat immer nur unsern Leib verlangt. Ils en profitent, sie nützen das aus. Unser Speck und Sauerkraut ist Delikatesse in Frankreich.

Unsere derbere Struktur liefert ihnen die besten Soldaten, unsere Besonnenheit die besten Generale. Frau Balde lächelte zu ihm hinüber.

Und wir wollten doch unserem deutschen Gast unsere Altertümer zeigen. Balde folgte, und Hummel wurde nun durch die tiefen gewölbten Keller gefühlt, in denen noch Klosterwerk bewahrt lag, zerbrochene Kruzifire und Stücke von Grabsteinen.

Wieder im Tageslicht oben sah er über der Treppenwindung in einer Wandnische eine wundervolle Holzmadonna, ruhevoll und lächelnd. Auch sie hatte man im Keller gefunden.

Und mitten zwischen ihnen die Madame de la Quine. Martin Balde hatte ziemlich alles so belassen, wie er es ererbt hatte, und nun schien es wie gerade erst für ihn und seinen Hausrat geschaffen, der sich zusammensetzte aus der behaglichen Louis-Philippe-Einrichtung, mit der er geheiratet hatte, und den ernsten geradlinigen Möbeln des alten Hugenottengeschlechtes, dem Frau Balde entstammte.

Hummel antwortete nicht gleich. Er hatte auf der Reise nur selten eine Zeitung zu Gesicht bekommen, von der Thronbewerbung eines Hohenzollernprinzen nur flüchtig und uninteressiert gelesen.

Der Maire zuckte die Achseln. Balde schwieg einen Augenblick. Nichts wäre der Kaiserin und ihren Getreuen erwünschter als ein kleiner Religionskrieg, der ein Beschäftigungsspiel für die Unzufriedenen bedeutete.

Einen Augenblick schwiegen alle. Der Maire betrachtete ihn mit Wohlgefallen. Im übrigen — man könnte sehr wohl gegen Papst und Kaiser sein und trotzdem sein Vaterland lieben.

Seine Stimme klang wie das Grollen eines treuen Hundes, der Gefahr anzeigt. Die Grenze bildete hier die Wallmauer mit dem Blick auf die Getreidefelder, dahinter sah man die Schornsteine der Schlotterbachschen Fabrik, links die Ill und das Spitalwäldchen.

Nach dem Hause zurück führte eine breite, schattig lockende Kastanienallee, die in der Mitte des Gartens sich zu einem runden Platz ausweitete.

Farbige Kleider schimmerten da. Sie steuerten darauf zu. Jetzt erkannte auch Heinrich, was da zwischen zwei Kastanien schwebte: Lucile in einer Hängematte, die sie durch Aufschnellen und Zurückfallen in Bewegung hielt.

Als die drei näher kamen, zog sie, wie in kindlicher Schüchternheit, das Netz ganz eng um sich und blieb mäuschenstill so liegen. Sie sah reizend aus in dieser Fischpose mit dem dunkeln, spitzbübisch beschämten Gesicht.

Lucile richtete sich auf. Heinrich Hummel verwandte keinen Blick von ihr. Noch nie war ihm etwas so Entzückendes begegnet.

Die Allee ging vom Boskett aus weiter zum Vorgarten hin. Dort hatte Vater Dugirard im gleichen Augenblick ein strenges Verhör zu bestehen.

Im Begriff, nun wirklich endlich zum Angeln aufzubrechen, wurde er von Luciles alter Wärterin zurückgehalten, die sich mit imposanter Miene vor ihm aufpflanzte.

Das ist nicht schicklich, o nein, das ist unmoralisch. Dugirard setzte sich sein Pincenez auf und sah hin. Er lächelte.

Die helle Jugend da im grüngoldnen Baumschatten gefiel ihm sichtlich, aber die treue alte Frauensperson war empört. Dann wird Monsieur schöne Dinge zu hören bekommen, o ich versichere Sie, schöne Dinge.

Wie eine Pythia streckte sie die Arme gegen die Gesellschaft da hinten aus:. Dugirard blieb nachdenklich stehen. Sie hatte recht, seine Frau plante eine Verbindung Luciles mit dem jungen Victor Hugo Schlotterbach.

Er war erst vierzehnjährig, das ist wahr, zwei Jahre jünger als Lucile, aber die Fabrik machte ein schönes Geld, und die Schlotterbachs hatten ohnedies Vermögen.

Der Kleine war vor ein paar Tagen aus dem Lyzeum in Kolmar zu den Ferien heimgekehrt, die Kinder hatten sich gut gefallen. Aber ein Deutscher!

Seine Tochter würde keinen so schlechten Geschmack haben. Immerhin — er war hübsch, und die Frauen sind unberechenbar. Hummel hatte sich von Baldes verabschiedet.

Ihm war, als kenne man sich schon lange. Noch in der Allee warf er einen Blick zurück auf diese Menschen, die ihm plötzlich wichtig geworden waren.

Dann versuchte er sich Luciles pikante Reize zurückzurufen, Lucile, die er ja liebte! Aufmerksam blickte er in die umbuschten Gärtchen, in die offenen ländlichen Torbögen.

Das rührte ihn irgendwie. Lange stand er und schaute, bis die Hitze, die die Steinmauern von sich gaben, ihn nach Hause trieb.

Sie tat ein Glas mit Blumen auf den Tisch, zog die Decken glatt und rieb an der Politur des Bettes.

Alles mit einem verträumten, gleichsam nach innen horchenden Gesicht. Jetzt stellte sie auf der Kommode ein altes verschwommenes Daguerreotyp zurecht, der Mutter Elternhaus auf dem Lande in Frankreich, Frau Balde selbst davor mit ihrem Bruder, beide in kurzen, karierten Kleidchen mit langen Höschen.

Der Onkel sollte es heimatlich haben.

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1 Kommentar

  1. JoJobei

    Ich entschuldige mich, aber meiner Meinung nach irren Sie sich. Geben Sie wir werden es besprechen. Schreiben Sie mir in PM, wir werden umgehen.

  2. Zur

    Bescheidener sein es muss

  3. Dorr

    Nach meiner Meinung sind Sie nicht recht. Geben Sie wir werden es besprechen. Schreiben Sie mir in PM.

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